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Von Reinhilde Genta

Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Fragt Jesus die Jünger. Er fragt auch uns.
Drei Gedanken dazu:

Die Fußwaschung Jesu ist eine Offenbarung.

In dieser symbolträchtigen Handlung zeigt Jesus sein tiefstes Wesen, sein Innerstes: Er will ganz Gott und den Menschen dienen. Er bückt sich hinunter und vollzieht einen niedrigen Dienst, indem er den Jüngern die staubigen, dreckigen Füße wäscht. Ein Sklavendienst, für den er sich nicht zu gut ist.

Die radikal gelebte Liebe zu Gott und den Menschen, das Dasein für andere ist der tiefste Wesenszug seiner Person, das Charakteristische seines Lebens. Diese Haltung und Lebenspraxis leuchtet auf beim Abendmahl, wenn er sagt: „Mein Leib – für euch, mein Blut – für euch“, und sie gipfelt im elenden Sterben am Kreuz – für uns!“
Fußwaschung, Abendmahl und Kreuzestod liegen auf ein und derselben Linie. Und in der Auferstehung bestätigt Gott diesen Jesus und seinen Weg, offenbart sich Gott selbst als der Gott, von dessen Liebe uns nichts, nicht einmal der Tod, trennen kann.Die Fußwaschung Jesu ist ein Programm.

Begreift ihr, was ich an euch getan habe?, fragt Jesus uns, die wir seinen Namen tragen und zur Gemeinschaft der Christen, der Kirche gehören. Die Kirche hat nur einen Zweck, eine Aufgabe: sich so wie Jesus hinunter zu bücken zu den belasteten, bedrückten, leidenden Menschen, zu denen, die unten, am Boden sind. Allerdings: bücken kann sich nur, wer ein Rückgrat hat, wer zu sich selbst steht, weil er sich zutiefst von Gott bejaht und geliebt weiß.

 

“Jeder soll dem Nächsten Nächster sein“

Es geht um dienen und nicht um Macht. Das sei die Botschaft der Fußwaschung, die jeweils Bischöfe für Gläubige am Gründonnerstag durchführen, erinnerte Papst Franziskus bei der Feier im Gefängnis von Velletri letztes Jahr. Das Programm Jesu ist klar. Er wollte keine Hierarchie, keine Herren, keine Hochwürden, keine Machtausübung. Die Kirche hat so wie Jesus jedoch eine große moralische Macht, wo immer sie sich für Menschen einsetzt, diese aufrichtet, zu Gerechtigkeit und Frieden beiträgt, wo sie sich nicht als Herren aufspielt, sondern eine Dienerin der Freude ist.


Die Fußwaschung Jesu ist ein Appell.

Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Wenn schon ich euer Herr und Meister, diesen Dienst an euch vollziehe, dann sollt auch ihr so handeln. Die Fußwaschung Jesu soll sich durch uns fortsetzen, indem wir mit einander und füreinander leben und in oft kleinen Diensten einander das Leben leichter und schöner machen.

Ein gutes, ermutigendes Wort, ein freundliches Lächeln, ein wenig Geduld usw. sind ein Stück Fußwaschung. Ein Besuch, ein Trost, das Teilen von Trauer und Anteilnahme ist ebenfalls Fußwaschung. Gar nicht zu reden von den vielen treuen Diensten, die alltäglich im Raum der Familie. Vor allem, was wir jetzt erleben, in unserem Land, in der ganzen Welt, alle die daran arbeiten diese Katastrophe „Coronavirus“ zu bewältigen.

 


Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Die Antwort darauf können wir durch unser Leben geben.

 

Weitere Sonntagsgedanken finden sie hier (Palmsonntag), hier (5. Fastensonntag), hier (4. Fastensonntag) und  hier (3. Fastensonntag).

Weitere Gedanken finden sie hingegen hier.